Tennis Geschichte
Tennis Geschichte
Die Geschichte des Tennis reicht je nach Einteilung bis 13. bzw. 14. Jahrhundert zurück. Meist erinnert man sich aufgrund der eigenartigen Zählweise im Tennis oder anlässlich der Traditionen in Wimbledon an die Geschichte des Tennis. Welche Geschichte steckt also hinter einem der beliebtesten Breitensportarten Tennis?
2. Jeu de Paume im 15. und 16. Jahrhundert
3. Lawn oder Royal Tennis im 17. und 18. Jahrhundert
4. Tennis im 19. Jahrhundert
Cache / Jeu de Paume im 13. und 14. Jahrhundert
Geschichtlich hat Tennis seinen Ursprung trotz Wimbledon nicht in England sondern in Frankreich. Tennis war und ist immer schon ein Rückschlagspiel mit einem Ball. Der Begriff Tennis leitet sich daher wohl vom französischen tenez (haltet) ab.
Zu Beginn spielte man ohne Tennisschläger die Bälle mit der bloßen Hand. Zu Beginn nannte man diese Spielweise Cache (wohl vom lateinischen captaire [fangen, jagen]). Als Bälle dienten Lederbälle oder Korkbälle. Das Spiel breitete sich bis Ende des 15. Jahrhundertes weiter bis nach Schottland aus. Da es bis 1495 immer noch mit der Handfläche (teilweise mit Handtüchern und ähnlichem geschützt) gespielt wurde, nannte man es auch Jeu de Paume (Spiel mit der Handfläche).
Der Tennisplatz war zu dieser Zeit meist ein Kloster, in dessen Kreuzgang der Innenhof als Spielfläche diente. Dabei wurde wohl auch die Dachschräge als Zielfläche für den Aufschlag miteinbezogen.
Dieser indirekte Beginn ist bis heute erhalten geblieben.
Nach den Mönchen wurde das Spiel “Tennis” auch beim Adel sowie bei den “normalen” Bürgern immer beliebter. Daher waren Plätze mit festem und einigermaßen ebenen Untergrund wie Kirchenhöfe oder eigens
angelegte Ballplätze und Ballspielhäuser beliebte Orte für das Spiel. Die Ballhäuser zeichneten sich durch ebenen, sprungfreudigen Bodenbelag aus und hatten meist dunkle Wände. Aus Kontrastgründen
waren die Spieler daher meist weiß gekleidet. Daher kommt auch die Bezeichnung des weißen Sports für Tennis. Dank der später aufkommenden Leder-, Woll- und Gummibälle verbesserte sich das
Sprungverhalten, so dass auch auf schlechteren aber festen Untergründen im Freien gespielt werden konnte.
Zu Beginn des 14. Jahrhunderts entstanden bereits die ersten Tennisclubs, deren Mitglieder Zugang zu diesen gefragten Spielflächen hatten. 1464 wurde in Brügge das erste Tennisturnier mit zwei
verschiedenen Mannschaften ausgetragen.
Schon zu dieser Zeit wurde um Geld (Sol und später Sou im Wert von 15 deniers) gespielt. Jeder Punkt brachte 15 denier. Daraus entwickelte sich die Zählweise, die weitgehend bis heute erhalten geblieben ist und manchem Tennisspieler auf den ersten Blick komisch erscheinen mag.
Zu jener Zeit gab es auch Gegner, die solche “Umtriebe” gerade im Bürgertum oder in religiöser Umgebung nicht gerne sahen. In England und Frankreich wurde dies teilweise sogar bestraft.
Jeu de Paume im 15. und 16. Jahrhundert
Nun wird Tennis überwiegend mit Tennisschlägern (aus Holz und erst später mit Pergament oder mit diagonaler Darmsaiten-Bespannung) gespielt und verbreitet sich zusehends sowohl regional sowie durch alle Bevölkerungsschichten. Tennis wurde Volkssport und zahlreiche Tennisplätze, Tennishallen im Rahmen der damaligen Verhältnisse entstehen.
Selbst in Schlößern werden freie und überdachte Spielplätze für Tennis (damals Jeu de Paume) vorgesehen. 1533 lässt der König Franz der Erste sogar auf dem Sonnendeck seines Schiffes La Grande
Francoise einen Spielplatz hierfür errichten.
Auch in Universitäten wie Oxford, Cambridge und sogar Ingolstadt werden Ballhäuser zum Tennis errichtet. In Deutschland aber auch in der Tennishochburg England dominiert der Adel die Berechtigungen
(nicht ganz Reiche benötigten für einen eigenen Tennisplatz eine Lizenz) oder/ und die Spielmöglichkeiten.
Sowohl die Ballqualität als auch die Schlägerqualität entwickeln sich laufend weiter und sind sehr unterschiedlich. Selbst die besseren Lederbälle sind mit Wolle, Sand etc. gefüllt, was mitunter
für die Spieler gefährlich bis tödlich war.
Ende des 16. Jahrhunderts war Frankreich führend in der Ballherstellung und überzog die Bälle mit weißem Tuch. Bis ins 19. Jahrhundert waren die Tennisbälle wie wir sie heute kennen auch noch aus
weißem Filz.
Es gab sogar eine eigene Zunft, deren Meister sich in der Ball- und Schlägerherstellung verstehen, die Platzpflege beherrschen und sogar selbst zwei professionelle Spieler bezwingen musste.
Lawn oder Royal Tennis im 17. und 18. Jahrhundert
Die Verbreitung des Tennissports geht in dieser Zeit vor allem in Frankreich enorm zurück. Das lag einerseits an zunehmender Zweckentfremdung durch Wettspiel und Betrug sowie andererseits an politischen Unruhen wie der Französischen Revolution. Auch uneinheitliche Regeln verwässern den Sport.
Tennis wird in dieser Zeit wieder zunehmend Privileg des Adels.
Erst Ende des 18. Jahrhunderts erreicht Tennis durch den Major Walter C. Wingfield ausgehend von England die entscheidende Wende. Der Major führte Rasentennis ein. Das Dach für den indirekten Aufschlag wurde abgeschafft, ein Netz reichte völlig aus. Sonstige feste Regeln zu Abmessungen etc. gab es nicht, so dass jeder Rasentennis praktisch im Garten spielen konnte. Wer auch heute noch Rasentennis im Garten spielen will, es macht enormen Spaß. Zu dieser Zeit wurde auch der Name Lawn Tennis, Real Tennis oder nur Tennis geprägt. Gespielt wurde übrigens nun erstmal mit hohlen Gummibällen aus Deutschland und nur der Aufschlagende konnte punkten. Welche historisch bedeutende Wende in der Geschichte des Tennis Major Wingfield erwirkte schien damals noch nicht erkannt worden zu sein. Angeblich fiel bei seiner Grabrede 1912 Tennis nicht ein einziges Mal.
Tennis im 19. Jahrhundert
Wer auf Wimbledon wartet, nun taucht Wimbledon auf. 1877 richtete der All England Croquet and Lawn Tennis Club das erste bedeutende Tennisturnier auf Rasen aus. Die Bälle sind mit weißem Flanell
umhüllt und die Regeln sind den heutigen schon sehr nahe.
Ab 1884 spielen übrigens auch Damen in Wimbledon. Lange weiße Kleider und Schuhe mit hohen Absätzen waren damals üblich. Bei den Herren spielte man auch in weißen langen Hosen und Hemden.
1892 und 1896 fanden die ersten deutschen Meisterschaften im Tennis bei den Herren bzw. Damen statt. 1900 wird vom 21jährigen Dwight Davis der so genannte Davis Cup gestiftet. Um diese Trophäe spielen noch heute die Tennisnationen.
1902 wird der Deutsche Lawn tennis Bund (DLTB) in Berlin gegründet und später in DTB unbenannt. Der Weltverband ITF wurde 1913 als FILT in Paris gegründet.
ca. 1300 Jahrhundert
ca. 1700 Jahrhundert
ca. 1800 Jahrhundert
ca. 1900 Jahrhundert
Heute
Tennis in Deutschland
Die ersten offiziellen deutschen Tennismeisterschaften bei den Herren wurden im Jahre 1892 ausgetragen, bei den Damen dann im Jahre 1896. 1902 fand in Berlin die Gründung der ersten deutschen Tennisvereinigung, des Deutschen Lawn tennis Bund, statt. Diese Vereinigung ist der unmittelbare Vorläufer des noch heute bestehenden Deutschen Tennisbundes (DTB). Der Tennis-Weltverband ITF wurde im Jahre 1913 in Paris gegründet. Seit Mitte der 1920er Jahre gibt es auch Profi-Tennisturniere. Der Deutsche Tennisbund kann auf eine sehr wechselvolle Geschichte zurückblicken. In den ersten Jahren wurde die deutsche Tennisszene eindeutig von dem Spieler Otto Froitzheim dominiert. Er wurde mehrmaliger Internationaler Deutscher Meister und im Jahre 1912 konnte er sogar den Weltmeistertitel erringen. Nach einem Boom in den 30er Jahren kam dann der Tennissport infolge des Zweiten Weltkrieges fast vollständig zum Erliegen. So musste nach 1945 ein völliger Neustart in Angriff genommen werden. 1948 fand unter sehr schwierigen Bedingungen in Rothenbaum wieder das erste Spiel um die Internationale Deutsche Meisterschaft statt und im Jahre 1949 kam es zur Neugründung des Deutschen Tennisbundes.
Die Beliebtheit der Sportart Tennis stieg in den Folgejahren ständig an und erreichte in den 1980er Jahren, vor allem bedingt durch die großartigen Erfolge von Steffi Graf und Boris Becker, einen
vorher nie gekannten Höhepunkt. So stieg die Mitgliederzahl im DTB auf über eine Million an. Schätzungsweise spielen ca. 4 Mio. Menschen in Deutschland Tennis. Tennis ist heute die beliebteste
Ballsportart. Die Mitgliedsbeiträge in den Vereinen des Deutschen Tennisbundes sind relativ moderat, sodass hier Spieler aus nahezu allen Bevölkerungsschichten anzutreffen sind. Tennis ist längst
kein Elitesport mehr. Es hält fit und auch der Spaß und die Geselligkeit kommen nicht zu kurz. Beim Spiel werden vor allem Ausdauer, Reaktionsfähigkeit und Koordination geschult. Ambitionierte
Hobbysportler können auch an Turnieren und Wettkämpfen teilnehmen.
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Die wichtigsten Daten im Überblick:
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